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Das
folgende Tutorial führt durch die Grundlagen der einzelnen
Schritte eines Motiv-Torten Projektes, von der Planung bis zum
Fotografieren der Torte. Nicht nur Rezepte und Anleitungen,
sondern auch Materialkunde, Lagerung und Transport finden hier
Platz, unter FAQ fasse ich die häufigsten Fragen zusammen und
stelle auch ein paar Fachbücher und Magazine vor.
Letzte Aktualisierung:
01.05.2023
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ORIENTIERUNG
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Kleiner Exkurs zur Geschichte
des Fondants
Fondant leitet sich durch das französische Verb "fondre"
(schmelzen) ab: bereits im 16. Jahrhundert wurde Fondant
hergestellt; kleine Küchlein wurden dazu in geschmolzenen
Fondant getaucht. Ab den 1940er
Jahren wurde Fondant in der heutigen Technik zur
Tortendekoration verwendet und begann seine Geschichte in
Australien und später Südafrika. Der Trend wurde in den 1980er
Jahren in Großbritannien und um die Jahrtausendwende in den USA
populär. Durch das Internet und diverse TV-Backshows hat es
weltweit immer mehr Anhänger gefunden. Fondant ist übrigens unter vielen (englischen) Namen
bekannt: Sugarpaste, Icing, Frosting, RTR (Ready to Roll) und letztlich
Rolled Fondant; "Roll-Fondant" wird im
deutschsprachigen Raum genutzt.
»
Motivtorten-Stile
Neben den verschiedenen Materialien für das Eindecken (Roll-Fondant,
Marzipan, Modellierschokolade etc.) gibt es auch verschiede
Dekorations-Stile, die wiederum miteinander verbunden werden
können: modellierte Figuren oder Blumen, Royal Icing Verzierung, Bemalung,
Mirror Glaze
(mit spiegelndem Guss), aus Buttercreme gespritzte Blumen,
Naked Cake (ohne Fondant oder
Marzipan etc.), Ombré (Farbverlauf) etc. Zudem sind den
Formen der Kuchen keine Grenzen gesetzt, ob rechteckig, rund,
Herz- oder Kissenform, in 3D-Formen geschnitzt, als Gravity Cake
(schwebende Elemente) oder Tipsy Turvey (schräg
eineinander gestapelte Kuchenetagen).
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Cake Lace
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Naked Cake
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Mirror Glaze
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Bemalt
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Tipsy Turvey
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Royal Icing |
Modellierung |
Drip Cake |
Gravity Cake |
Ombré |
Fotos zum Vergrößern und für deren Quellenangaben anklicken
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PLANUNG
» Zeitplanung:
Zwischen der einfachsten und der aufwendigsten Variante liegt
natürlich ein großer Zeitunterschied, aber selbst das einfachste
Tortenprojekt, wie in der Einführung beschrieben, habe ich nicht
unter 4 Stunden realisieren können. Obwohl ich selten fülle und
mittlerweile Fondant kaufe, teile ich das Projekt oft auf mehrere
Tage auf 2-3 Tage aus:
-
Tag 1: Backen, Aufwendige Dekoration modellieren
-
Tag 2: Füllen, Einstreichen, Eindecken
-
Tag 3: Dekoration finalisieren, fotografieren
Zu
bedenken ist, dass z.B. der gebackene Kuchen vollständig
asukühlen muss und frisch schlechter zu schneiden ist, Ganache
erst auskühlen und vor dem Einstrich im Kühlschrank fester
werden muss und die Torte auch nach dem Füllen oder Einstreichen
meist nochmals durchgekühlt werden muss. Dennoch kann man mit
der richtigen Planung den Zeitaufwand optimieren bzw.
reduzieren, siehe dazu ein Vorschlag für ein
erstes
Tortenprojekt. Darüberhinaus lassen sich Dekoteile meist
weit im Voraus vorbereiten und garantieren zudem, dass alles
ausreichend getrocknet und entsprechend stabil ist.
»
Kuchenmengen:
Bei
einer Tortenhöhe von 8-10 cm, rechnet man mit folgenden
Portionen (Quelle:
Kitschcakes):
Hier kann ein
Tortenrechner
in
Excel-Format heruntergeladen werden.
Kuchenrezepte sind oft für die handelsüblichen (runden)
Backformen ausgelegt. Zum Umrechnen in andere Größen ist diese
Tabelle hilfreich:
Durchmesser |
Originalrezept
für |
18 cm |
20 cm |
22 cm |
24 cm |
26 cm |
28 cm |
30 cm |
auf
Wunsch-größe |
18 cm |
1,0 |
0,81 |
0,67 |
0,56 |
0,48 |
0,41 |
0,36 |
20 cm |
1,23 |
1,0 |
0,83 |
0,69 |
0,59 |
0,51 |
0,44 |
22 cm |
1,49 |
1,21 |
1,0 |
0,84 |
0,72 |
0,62 |
0,54 |
24 cm |
1,78 |
1,44 |
1,19 |
1,0 |
0,85 |
0,73 |
0,64 |
26 cm |
2,09 |
1,69 |
1,40 |
1,17 |
1,0 |
0,86 |
0,75 |
28 cm |
2,42 |
1,96 |
1,62 |
1,36 |
1,16 |
1,0 |
0,87 |
30 cm |
2,78 |
2,25 |
1,86 |
1,56 |
1,33 |
1,15 |
1,0 |
Beispiel: Um die Teigmenge von einem 26cm-Rezept auf ein
18cm-Rezept zu reduzieren, multipliziere ich die Teigmenge mit
0,48.
Da man Eier schwierig teilen kann, folgende Berechnungshilfe für
die Gewichtsklassen (frisches Eiweiß
kann auch durch Trockenei ersetzt werden, siehe
Trockeneiweiß): S: unter 53g | M: 53g bis 63g | L: 63g bis 73g
| XL: ab 73g
Wer nicht selbst umrechnen möchte, kann diesen
Online-Umrechner
nutzen.
»
Kosten:
Hierbei muss man auf jeden Fall zwischen Kosten und Wert einer
Torte unterscheiden! Obwohl ich meine Torten nur für eigene
Zwecke herstelle oder verschenke, wollte ich wissen, wie viel
Geld in solch eine Motivtorte fließt. Dazu habe ich einen
Preisvergleich der wichtigsten Produkte in den gängigen
Supermärkten und Fachshops veranstaltet und nach Einspeisung
meiner wichtigsten Rezepte mithilfe der App "Price
My Cake"
einen zuverlässigen und flexiblen Tortenkalkulator erhalten
(dieser kann auch die Rezeptmengen entsprechend auf andere
Kuchenformen umrechnen oder Kombinationen von Rezepten
ausrechnen). Als Orientierung: auf Basis von fast ausschließlich
Bio- und Fairtrade Lebensmitteln inklusiver einer kleinen
Verbrauchspauschale (Strom, Wasser, Cakeboard, Tortenkarton
etc.) kostet mich ein einfacher kleiner Kuchen (15cm
Durchmesser) mit Einstrich und Fondant 15 EUR EUR, mit Füllung
oder Fruchteinlage nochmal 5-8 EUR mehr. Hierbei sind natürlich
die teils hohen Anschaffungskosten der Materialien und die fast
unbezahlbare Mühe und Zeit, die man in eine Torte steckt, nicht
inbegriffen. Letzteres muss jeder selbst für sich definieren, um
den tatsächlichen Wert seiner Torten zu ermitteln...
»
Das erste Motivtorten-Projekt
Für
ein erstes Motivtorten-Projekt empfehle ich, einfach zu
beginnen, um Stolperfallen zu vermeiden und die Lust nicht zu
schmälern, wenn auf Anhieb nicht alles klappt (alle diese
Schritte sind im weiteren Tutorial erklärt):
-
Als Kuchen dient ein "trockener" Kuchen, ohne Füllung und mit
Schokocreme aus dem Glas als Einstrich. Die Zutaten für die
Dekoration werden gekauft anstatt selbst
hergestellt.
-
Als erste
Anschaffung reicht dann Fondant, Bäckerstärke, Kokosfett und
ggf. CMC (wenn
Blumen oder Figuren modelliert werden sollen), ein paar
Gel-Lebensmittelfarben aus dem Fachhandel (mit den 4 Grundfarben lassen sich alle
Farben mischen) und ein Smoother. Der Rest lässt
sich mit den üblichen Küchenhelfern
improvisieren.
-
Den Fondant einfärben, für die Bordüre
einfach eine
Kordel
oder Flechte erstellen; eine
Eule
, ein paar schlichte
Rosen
oder eine
Schleife
modellieren und oben auf der Torte anbringen;
Perlen aufkleben oder eine
Kissenoptik
erstellen.
Fertig!

Tipps für
die Planung
-
um
nicht den Überblick zu verlieren, lohnt es sich vorab einen
vollständigen Entwurf zu Papier zu bringen (welcher
Kuchengeschmack, welche Füllung, welcher Einstrich? welche
Kuchenform? welche Farbe soll der Fondant haben? etc.). Damit
können dann Einkaufszettel, Zeitplanung aber auch Kühl- und
Transportmöglichkeiten festgelegt werden. Für das Motiv suche
ich mir meistens Anregungen im Internet (siehe
Tortenideen).
-
Modellierfondant kann man kaufen, ist aber sehr
einfach und günstig herzustellen. Fondant und
Zuckerkleber können auf Vorrat vorbereitet werden, der Einstrich
kann eingefroren und rechtzeitig wieder aufgetaut werden. Die
Zuckerdekore (Figuren, Blüten etc.) können ebenfalls weit im
Voraus vorbereitet werden, da sie unverderblich sind.
-
Wenn Fondant selbst eingefärbt wird, bei kräftigen
Farben genügend für das Färben und ggf. Durchziehen
(und nachfärben) einrechnen. Bei rot, schwarz und sehr
intensiven Farben lohnt es sich vorgefärbten Fondant zu
nutzen.
-
frisches
Eiweiß kann durch Trockeneiweiß
ersetzt werden (1 Ei = 50 gr Trockeneiweiß +
30ml Wasser). Trockeneiweiß bietet sich an, wenn man
keine Verwendung für die Eigelbe findet (kann man jedoch
wunderbar einfrieren, zum Plätzchen bestreichen, für Rührei,
Lemon Curd, Eierlikör, Sauce Hollondaise etc. verwenden) oder
gar Angst vor Salmonellen bei nicht durchgegarten Eiern hat (z.B.
für Blütenpaste oder bei Füllungen wie Swiss Meringue, Tiramisu
etc.). Übriggebliebenes
Eiweiß kann übrigens wunderbar für Macarons verwendet werden.
Beides, Eiweiß wie Eigelb, können sonst auch in einer Eiswürfelform
perfekt in einzelnen Portionen eingefroren werden (ggf. in einen
Beutel umgelagert werden) und bis zu einem Jahr im Gefrierfach
aufbewahrt werden.
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MATERIALKUNDE
»
Basisausstattung Material:
-
Backformen
-
Handmixer
(besser: Küchenmaschine)
-
Frischhalte- und Alufolie, Gefrierbeutel
-
Zahnstocher
-
Plätzchenausstecher
-
Nudelholz (besser:
Ausrollstab)
-
Teigkarte
-
Glätter
(Smoother)
-
Tortenplatte (besser:
Cake Boards
/
Cake Drums)
-
Teigrad und / oder Pizzaschneider
-
Schere und Nagelschere
-
Tortenständer (besser: drehbare Tortenplatte)
-
Seidensöckchen (oder Pudersäckchen)
-
Pinsel-Set
-
geschmacksneutrales Kokosfett (z.B. Palmin Soft)
-
Lebensmittelfarben (siehe Hinweis
hier)
»
Für fortgeschrittene Dekorationen:
-
Palette
(zum Einstreichen und Heben)

-
Modellier-Werkzeug (insb.
Cutter und Ball Tool)
-
Auswerfer (Plunger
Cutter)
-
Modellierbrett
& Schaumpad (CelBoard
& Flowerpad)
-
Lebensmittelstifte (z.B. für Text oder Augen)
-
Kuchensäge (Cake Leveller oder Schneidedrähte)
-
Apfelpalletten, ggf. Trockengestell für Zuckerblumen
-
Tonpistole
(Clay Extruder / Sugar Gun)
-
Strukturmatten für
Reliefs und
Spitzendekor
-
Silikonformen (Moulds)
für 3D Elemente
-
Silikon-Stempel (Veiner) für Struktur von Blüten und
Blättern
-
Stencils
(Schablonen) für Muster
-
Airbrush-Maschine

Tipps
für die Ausstattung:
-
CMC
(Carboxymethylcellulose)
ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff unter der Nummer E466 zugelassen und wird vielseitig in Backwaren, Speiseeis
oder Tabletten eingesetzt. Er kann in der Apotheke,
in Tortenshops oder in der Drogerie
als "Kukident-Haftpulver extra stark" (funktioniert nicht
mit anderen Marken!)
gekauft werden. Unterschied zu anderen Pulvern: "Gum Tragacanth" ist quasi
das pflanzliche Original zu CMC,
ist allerdings teurer und etwas zeitaufwändiger in der Verarbeitung; "Tylose Powder" ist
lediglich ein Markenname von CMC.
-
für das
Ausrollen benötigt man Platz und eine saubere, trockene
sowie glatte Oberfläche, weil sonst der Fondant
verunreinigt, sich auflöst bzw. nicht glatt wird. Man kann sich auch mit
glatten Silikonmatten als Unterlage aushelfen.
-
ein Nudelholz erfüllt den Zweck, allerdings ist dieses meist
nicht lang genug und kann Kanten beim Ausrollen verursachen. Ausrollstäbe aus Plastik
oder Acryl
sind somit besser geeignet. Ich empfehle einen 50cm
Ausrollstab und einen kleinen von ca. 10cm für Dekorationen
und Arbeiten auf dem Arbeitsbrett (CelBoard).
-
normale
Backformen funktionieren wunderbar, jedoch sind solche aus
dem Tortenzubehör oft nicht nur ausgefallener, sondern meist
auch höher (10cm).
-
für
den normalen Kuchen und Füllungen reicht natürlich ein
Handmixer, für die Zubereitung von Fondant ist allerdings
eine Küchenmaschine notwendig (und sowieso ist der Einsatz
erleichternd!).
Generell
erleichtert eine Küchenmaschine vieles, z.B. das lange
Rühren bei Swiss Meringue.
-
Diese Produkte nutze ich (ohne
Werbegedanke!):
-
Küchenmaschine
"Bosch MUM5" (plus Silikon Flexi-Rührbesen)
-
Backformen von
PME (Standardformen) oder
Wilton
(für ausgefallene Formen)
-
(Roll-)Fondant von
Carma
Massa Ticino bzw. Mona Lisa Massa
Ticino von Carma (gleicher Hersteller wie Callebaut),
vorgefärbten Fondant von Massa Ticino oder
Tortenboutique; hier zwei interessante Produkttests
verschiedener Fondants:
1,
2
-
Blütenpaste von
Squires Kitchen
-
Modellierfondant von
Saracino
(besonders für Gesichter)
-
Lebensmittelfarbe-Pasten und Puder z.B. von Rainbow Dust,
Roxy
& Rich oder Rolkem
-
Tortenzubehör
und Kurse:
ich kaufe bzw. bestelle bei Backfieber oder Torten-Boutique,
bis zum Brexit auch bei The Cake Decorating Company (seitdem
sind die Versandkosten astronomisch)
»
Torten-Boutique
(Onlineshop,
Shop & Kurse im
Raum Köln/Leverkusen)
»
Backfieber
(Online-Shop, Shop und Kurse in Frankfurt)
»
Cake Store
(Online-Shop,
Shop und Kurse in Köln)
»
Tortenzauber
(Online-Shop)
»
Caros Zuckerzauber
(Onlineshop, spezialisiert auf Blumen)
»
Pati Versand
(Onlineshop)
»
Shantys
(Onlineshop & Shop in Troisdorf) »
Torty's
(Onlineshop, Shop & Kurse in Dortmund)
»
Mein Cupcake
(Onlineshop
und Shops in Köln und Düsseldorf)
»
The Cake Decorating Company
(Onlineshop & Shop in Nottingham, England)
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VORBEREITUNG
Fondant kann man wunderbar selber herstellen,
natürlich ist das mit etwas mehr Zeitaufwand und Kraft
verbunden, kostet aber auch nur die und der die Hälfte gegenüber dem gekauften Fondant!
Ebenso lässt sich Zuckerkleber einfach und schnell selbst
herstellen. Für die Blütenpaste gehört ein wenig Übung dazu,
zudem finde ich die Konsistenz der gekauften Blütenpaste besser.
Modellierfondant lässt sich leicht selbst herstellen, entweder mit CMC
(ca. 1 TL CMC auf 500 gr Fondant) oder zu gleichen Teilen Fondant und Blütenpaste verkneten. Die
CMC Variante geht schneller und ist günstiger.
Tipps für Fondant und Blütenpaste
-
Fondant
und Blütenpaste müssen immer absolut luftdicht verpackt werden!
-
Bei eigener Zubereitung:
-
theoretisch kann Agar-Agar oder Agartine grundsätzlich als
rein pflanzlicher Ersatz für (Schweine-) Gelatine verwendet
werden.
-
Heller oder Karamell Sirup von Grafschafter für
Alt-Weiß oder Glukosesirup für Schneeweiß verwenden. Verwendung von klarem
Honig oder anderen Aroma-Sirups möglich, aber die Konsistenz ist anders. Durch die Zugabe von Salz und Zitronensäure
kann die Süße etwas gebrochen werden.
-
Fondant luftdicht im Kühlschrank aufbewahren (bis zu 6
Monate im Kühlschrank haltbar; ungekühlt nur einige
Wochen). Vor der Verarbeitung genug Zeit einplanen, damit Fondant wieder auf
Zimmertemperatur kommen kann.
-
wenn Blütenpaste luftdicht im Kühlschrank
gelagert wird, hält sie sich 6 Monate, wenn sie
eingefroren wird, einige Jahre. Wichtig ist aber, dass die Paste vor dem
Einfrieren 24 Std. im Kühlschrank ruht.
-
Eiweiß kann durch Trockenei ersetzt werden, siehe
Trockeneiweiß.
-
Fondant lässt sich
nicht mit den normalen
Lebensmittelfarben aus dem Supermarkt einfärben, sondern nur mit wasserlöslichen
Gel- oder Pasten-Farben oder
speziellem Farbpulvern
aus dem Tortenzubehör. Schwarz und rot sind allerdings schwer (selbst) zu färben
bzw. man benötigt extra starke Farben (z.B. Sugarflair
Extra Red etc.). Die Pasten von Rainbow Dust sind
fett- wie wasserlöslich und können somit nicht nur
Fondant, Buttercreme, und Kuchenteig etc. sondern auch
Kuvertüre und Schokolade einfärben. Bei Metallikfarben
(Gold, Silber etc.), Schimmer und Glitzer unbedingt
darauf achten, ob diese essbar oder "nur" ungiftig sind
(letzteres dann nur für abnehmbare Dekoteile verwenden)
-
Fondanttorten können unabgedeckt in den Kühlschrank,
siehe dazu
Torten kühlen.
-
Zuckerblumen und
modellierte Figuren unabgedeckt an der Luft trocknen lassen. Danach
trocken und
lichtgeschützt (gegen Staub und Verfärbung) aufbewahren. Praktisch unendlich
haltbar (und essbar, wenn auch nicht unbedingt genießbar).
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BACKEN
Generell kann man
jedes altbewährte Kuchenrezept nutzen
(Zitrone, Marmor, Nuss, Eierlikör etc.); je saftiger, desto
besser. Zu weiche oder zu bröselige Böden sind allerdings
schwerer zu verarbeiten. Vielfältig
abwandelbar, bleibt lange saftig und zum Färben ideal geeignet
ist der Wunderkuchen
(geschmacklich bevorzuge ich allerdings Kuchen auf Butter- als
auf Ölbasis). Eine locker-luftige und
ebenfalls schnelle Option ist der (Mandel-) Biskuit. Geschmacksklassiker sind der saftige Schokocreme-Kuchen oder die
reichhaltige Sachertorte, beide bleiben lange frisch und die
Sachertorte muss vor dem Verzehr sogar 7 Tage ruhen und kann
somit wunderbar im Voraus zubereitet werden.
»
Weitere Rezeptideen für Kuchen:
Tipps
für das Backen:
-
oft
wird der Kuchen kuppelig und muss entsprechend nachher begradigt
werden, was an der unterschiedlichen Hitze der Backform liegt
(außen heißer als innen, somit backt der Rand schneller,
während die Mitte noch aufgeht). Das kann vermieden werden, wenn man auf
niedrigeren
Temperaturen (ca. 160°) und dann länger backt (fast doppelt so lang)
und die
Isoliermethode anwendet:
einen Streifen Alufolie dazu ausrollen, locker zum
Abmessen um die Backform legen
und dann abschneiden.
Küchenkrepp anfeuchten und in die Mitte der Alufolie legen, dann die
Ränder zuklappen.
Den Alustreifen eng um die Backform anlegen und mit einer
(unbeschichteten) Büroklammer befestigen.
Ein "Kuchengürtel" ist eine bequeme Variante (z.B.
PME Level Baking Belt
).
Die Temperatur für das Backen herunterdrehen (20-30° weniger als
sonst) und die Backzeit entsprechend verlängern (bis zu 1,5 mal).
Daumenregel: 160° bei ca. 1,5 Stunden.
-
bei hoch
gefüllten oder Backformen mit großem Durchmesser kann man
mithilfe eines
Heat Core
oder
Blumennagel
das Durchbacken
in der Mitte besser gewährleisten. Da beide aus Metall sind,
leiten bzw. verteilen sie die Hitze in die Mitte des Teigs.
Beide müssen vorher eingefettet werden; der Nagel wird mit
dem Kopf nach oben in die Mitte des rohen Teigs gesteckt und
nach dem Backen wieder heraus gezogen. Der Heat Core
wird mit der Öffnung nach oben in die Mitte des Teiges
gesteckt und wird mit etwas Teig gefüllt (genau so hoch wie
der Teig im Rest der Backform); nach dem Backen entnimmt man
den Heat Core, löst den Kuchen aus ihm und schließt damit
das Loch im Kuchen.
-
den Kuchen am besten am Vortag backen, damit er vollständig
auskühlen kann. Zu frisch sind Kuchen sehr weich und lassen
sich schlechter schneiden und einstreichen.
-
grundsätzlich
fette ich meine Backformen ein (wer häufig bäckt, wird die
Vorzüge von Trennspray anstatt Butter/Margarine erkennen)
und mehle sie dann, entgegen aller Ratschläge auch bei
Biskuitteig.
-
Eiweiß kann durch Trockenei ersetzt werden, siehe
Trockeneiweiß
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FÜLLEN
Generell müssen Motivtorten nicht gefüllt werden! Oft bietet
es sich sogar an, auf eine Füllung zu verzichten, sei es aus
Geschmacksgründen oder weil die Torte bei Füllungen mit
Milchprodukten gekühlt werden muss. Wenn doch, kann
man jegliche Füllungen nutzen, jedoch können Füllungen in
den meisten Fällen nicht als Einstrich genutzt
werden, da viele nicht fondant-tauglich sind (siehe Kapitel
Einstreichen). Besonders gut zum Schokokuchen schmeckt
eine Himbeerfüllung (nur Frucht oder cremig mit Joghurt/Sahne),
zum Mandelbiskuit die Giotto-Füllung. Ansonsten sind praktische Füllungen
Marmeladen, Schokocreme oder Lemon Curd (die Süße kann
man mindern, indem man diese mit Frischkäse vermengt).
Sehr praktisch sind "Fruchteinlagen", die einerseits den
Einsatz von Früchten ermöglichen und zudem gut im Voraus
vorbereitet werden können.
»
Weitere
Rezeptideen für Füllungen:
Tipps
für das Füllen:
-
Torten mit Füllungen müssen vor dem
Einschlagen mit Fondant eine Nacht in den Kühlschrank, damit die
Füllungen fest werden können.
Bei dünnen Schichten können Füllungen einfach auf die
einzelnen Böden aufgetragen werden, bei dickeren Schichten bietet sich die
Tortenring-Methode
(hier auch als
Video
)
an:
-
Einen Kuchen
backen, der einen größeren Durchmesser hat als der geplante
Kuchen.
-
Einen
Tortenring oder Teller mittig auf den Kuchen setzen, sodass
ca. 2 cm Rand übrig bleibt, dann mit einem scharfen
Messer am Ring entlang bis zur Unterlage schneiden. Den
entstandenen Streifen vorsichtig zur Seite legen.
-
Den Kuchen
je nach Wunsch 1 - 2 Mal flach durchschneiden; 1 Scheibe ist
für den Deckel nötig.
-
Den Boden
auf eine Unterlage setzen und mit einem verstellbaren
Tortenring umschließen. Den Randstreifen auf den Boden
setzen und schließen.
-
Die Torte
nun bis zum Rand nach Wunsch füllen, evtl. einen mittleren
Boden mit einschichten. Den Deckel des Kuchens auflegen und
vorsichtig andrücken.
-
Mit einer
sauberen, glatten und festen Platte abdecken und beschweren.
Die Torte im Kühlschrank durchkühlen und fest werden lassen.
Dann den Tortenring entfernen und die Torte einstreichen.
|
▲
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EINSTREICHEN
Da Fondant nicht
von selber klebt oder auf der Torte hält,
muss diese vorher mit einer "Klebeschicht" eingestrichen werden.
Traditionell verwendet man dazu Buttercreme oder Ganache,
alternativ und schneller funktioniert es mit Schokocreme aus dem Glas oder sogar Marmelade
(Stichwort Aprikotieren). Die Tortenfüllungen auf Sahne-Basis
oder mit hohen Flüssigkeitsanteil eignen sich nicht zum
Einstreichen, da sie den Fondant auflösen
würden. Standardmäßig setze ich Zartbitter-Ganache oder
Lemon Curd Swiss Meringue ein.
»
Weitere
Rezeptideen zum Einstreichen:
Das Einstreichen
ist ein wichtiger Schritt, da
hiermit die Grundlage für eine glatte Fondanttorte gelegt wird.
Unebenheiten im Kuchen können/müssen ebenfalls mit dem Einstrich
ausgeglichen werden. Man benötigt in der Menge mehr Einstrich,
als am Ende tatsächlich auf der Torte bleibt. Um den Einstrich
gleichmäßig und glatt zu bekommen, sind ein Drehteller sowie ein
rechtwinkliger Metallschaber oder lange Palette hilfreich (im
Zweifel reicht ein glattes langes Messer). Dazu gibt es
verschiedene Methoden:
-
Quick & Dirty: mit Schokocreme aus dem Glas
-
Methode:
-
Vor- und
Nachteile:
-
Pro:
schnell, keine Vorbereitung nötig, Creme hat immer die
richtige Konsistenz und kann sofort danach eingedeckt
werden.
-
Contra: grobe Unebenheiten sind schwerer
auszugleichen und sie härtet nicht ganz aus
-
Aprikotieren:
(mit Aprikosemarmelade oder nicht zu
sauren Früchten)
-
Methode:
-
am einfachsten für trockenen und ungefüllten Kuchen,
wenn nicht, sollte die äußere Schicht der Füllung sehr
dünn ausfallen und der Kuchen muss sehr gut durchgekühlt
sein (am besten über Nacht). Die Marmelade ein paar Minuten aufkochen (wenn
Fruchtstücke vorhanden sind kurz pürieren oder vorher
sieben), ein paar Minuten stehen lassen und noch relativ
heiß auftragen. Möglichst glatt ziehen und vor dem
Eindecken 1-2 Stunden trocknen lassen.
-
Vor- und
Nachteile:
-
Pro: kaum
Vorbereitung nötig, weniger mächtig als Creme.
-
Contra:
grobe Unebenheiten sind schwerer auszugleichen, muss
erst antrocknen.
-
Crumb Coat
Methode (mit
Ganache oder Buttercreme):
-
Methode:
-
als erstes wird der Einstrich grob aufgetragen und
einigermaßen glatt gezogen, bevor es ca. 30-60 Minuten
in die Kühlung geht; somit werden die Krümel (= crumb)
ummantelt (coated). Als zweites wird erneut Einstrich aufgetragen und
sehr ordentlich glatt gezogen (am besten den
Kuchen auf eine Drehplatte stellen, den Schaber
rechtwinklig ansetzen und bei gleichmäßigen Druck
gleichzeitig drehen und streichen; unebene Stellen
erneut einstreichen und glatt ziehen). Erneut 30-60 Minuten kühlen. Überstehende
Kanten können danach einfach abgeschnitten werden.
-
Vor- und
Nachteile:
-
Pro:
glatte Methode.
-
Contra: zeitintensiv, da
Einstrich
erst zubereitet werden und zwei Mal vor dem Eindecken gekühlt
werden muss, zudem dauert es, bis man alles gleichmäßig
glatt gezogen hat.
-
Alternative: der
ProFroster
oder
Crisp
Contour Comb
ist ein Hilfsmittel aus Plastik, der
einen höhenverstellbaren horizontalen sowie vertikalen
Schaber hat und somit gleichzeitig den Einstreich von
allen Seiten glatt ziehen kann. Auch hier geht man in 2
Phasen vor (erst Crumb Coat Schicht). Das Tool spart
Zeit ist aber teuer in der Anschaffung.
-
Up Side Down
/ 2 Cake Drum
Methode
(mit Ganache oder Buttercreme):
-
Methode:
-
man
benötigt zwei dicke Cake Boards, welche rundherum nur
wenige Milimeter größer sind als der Kuchen (insgesamt 1-2 cm mehr
Durchmesser), eins davon glatt in Frischhaltefolie
einschlagen (wird der Deckel). Den
Kuchen mit etwas Ganache oder Buttercreme mittig auf dem
unteren Cake Board festdrücken und grob die Seiten
einstreichen. Die glatte Seite des Deckels großzügig mit
Ganache einstreichen (muss nicht ordentlich sein), mit
der klebrigen Seite exakt mittig auf den Kuchen setzen
und andrücken (Perfektionisten können jetzt noch
mit einer Wasserwaage die Schlagseiten erkennen und
ausgleichen). Den Kuchen auf den Deckel umdrehen. Nun
großzügig die Ganache an den Seiten anbringen und mit
einem (rechtwinkligen) Schaber beim Drehen glatt ziehen. 1
Std. kühlen, ggf. noch
einmal dünn Ganache aufstreichen und glatt ziehen.
Vorsichtig die Folie auf dem Deckel aufschneiden. Die
Torte wieder umdrehen (Deckel ist wieder oben), den Deckel
abnehmen und die Folie vorsichtig abziehen. Ggf.
oben nochmal dünn Ganache aufstreichen und glatt ziehen.
Überstehende Kanten können einfach abgeschnitten
werden. Alternativ kann man auch
Ganaching-Platten aus Acryl nutzen, die länger
halten und leichter zu reinigen sind.
-
Vor- und
Nachteile:

Tipps für das Einstreichen
-
die seidig-feine Swiss Meringue ist aufwendiger in der
Herstellung als die quietsch-süße Amerikanische Buttercreme,
beide eignen sich aber ideal zum Einstreichen. Die Deutsche
(Pudding-) Buttercreme ist cremiger und schmeckt
aromatischer, ABER
nicht alle
Rezepte sind fondant-tauglich! Bei den
Rezepten auf den
Flüssigkeitsgehalt achten (weniger ist besser), das Rezept
oben ist fondant-tauglich.
-
Buttercreme kann man wunderbar durch Beigabe von Kakao oder
Lebensmittlefarben einfärben oder durch Aromen (z.B.
Kaffee), Fruchtpüree oder alternative
Puddingpulversorten (Schokolade, Karamell etc.)
geschmacklich aufpeppen. Auch hier wieder auf den
Flüssigkeitsgehalt achten, wenn es fondant-tauglich bleiben
soll!
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EINDECKEN
Nach dem Einstreichen folgt das
Eindecken
mit Fondant. Wer weder Fondant noch Marzipan verwenden möchte, kann auch
einen
Mirror Glaze
Überzug machen (dazu muss die eingestrichene
Torte vorher eingefroren werden!).
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DEKORIEREN
Zusätzlich zu den verschiedenen Stilen, die bereits in den
Einführung vorgestellt
wurden, gibt es unzählige Methoden und Ideen für die Dekoration:
-
klassisch wird
eine Bordüre am Boden angebracht werden (z.B. Perlenkette,
Schleifenband etc.)
→
Bordüren-Beispiele
-
mit dem Modellierwerkzeug oder
Kneifern
(Crimper), alternativ mit Zahnstochern oder Besteck
können Muster eingedrückt werden
-
schlicht aber effektiv sind Perlen oder Figuren in 2D (wie Plätzchen
ausgestochen) anzubringen
-
es gibt auch Strukturmatten und -walzen, womit
Muster einfach aufgetragen werden können; diese müssen teils vor dem
Einschlagen auf den Fondant geprägt werden
-
aufwendiger, aber auch effektvoller,
ist das Modellieren von Blumen
oder Figuren
→
Modellier-Beispiele
-
mit essbarer Spitze (zum Selbermachen siehe
Rezept Zuckerspitzen-Dekor; im Handel bekannt als Magic Decor, Sugar Lace,
Cake Lace, Flexi Ice oder Crystal Candy) oder mit
Eiweiss-Spritzglasur (Royal Icing) kann man wunderbare Effekte erzielen
→
Cake Lace-Beispiele
-
Schokolade über
den Rand laufen lassen (siehe Drip Cake Rezept) und mit
verschiedenen Süßigkeiten (Macarons, Pralinen,
Bruchschokolade etc.) oder Blumen verzieren; die Torte muss
vorher gut durchgekühlt sein.
»
Externe
Aleitungen
für Dekoration:
» Tortenideen:
Tolle Anregungen gibt es auf meinen Pinnwänden (werden laufend
erweitert; für mehr Infos auf den jeweiligen roten Schriftzug Pinterest
klicken):
Tipps für
das Dekorieren
-
bei Nutzung von
Silikonformen hilft es diese wenige Minuten im Kühlschrank zu kühlen bevor
man den Fondant daraus löst. Silikonformen besser
pudern als fetten (trotzdem müssen diese erst einige Mal genutzt
werden, bevor sich der Fondant restlos herauslösen lässt)
-
nach dem Ausstechen
Fondant in der Form abreiben, um Fransen auszubessern
-
während
des Modellierens ungenutzte Teile des Fondants/Blütenpaste unter ein
Glas oder in eine verschließbare Tüte legen, damit nichts
austrocknet.
-
Effekt: zwischen
Fondant und Ausstecher Frischhaltefolie legen
-
Effekt: Kanten von Blumenblättern mit Ball Tool bearbeiten
um Wölbung zu erzielen
-
die Körper von größeren Figuren können aus der federleichten
Rice-Crispy Masse
(Mischung aus Puffreis und Mäusespeck/Marschmallows)
hergestellt werden, weil sie aus reinem Fondant zu schwer
und die Torte darunter eindrücken könnten. Zudem lässt sie
sich gut formen, trocknet schnell und ist günstiger in der
Menge als Fondant. Alternativ zu RiceCrispies (selten
erhältlich) können problemlos andere Cerealien oder
Puffreis genutzt
werden; je kleiner und runder, desto besser. Für die
Zubereitung zu gleichen Teilen Marshmallows und Puffreis
nehmen; Marshmallows schmelzen (für die Pfanne etwas Fett,
für die Mikrowelle etwas Wasser dazu), Puffreis untermengen
und dann mit sehr gut eingefetten Händen in die gewünschten
Formen bringen.
»
Torten stapeln:
Damit die einzelnen Etagen stabil aufeinander ruhen können, sollte jede Etage
auf einer genau zugeschnittenen Platte (z.B. Cakeboard oder Kappa-Platte)
liegen. Zusätzlich sollte das Gewicht gleichmäßig verteilt werden,
dafür sollten die Platten insbesondere für die unteren/schweren
Etagen mit dicken Strohhalmen (z.B. für Cocktails) oder Dübeln
(5mm dick aus
Buchenrundholz) abgestützt werden. Ggf. eine längere Stange über die gesamte Höhe einsetzen, dafür
müssen entsprechend vorher (!) Löcher in alle (!) Platten gebohrt werden.
»
Torten transportieren:
dazu nutze ich grundsätzlich Styropor-Boxen. Die meisten Boxen sind mir allerdings zu
breit (Torte verrutscht in der Box), innen nicht hoch genug
(mehrere Etagen oder höhere Dekorationen können dann erst nach dem Transport
zusammengesetzt werden) oder es fehlen praktische
Einkerbungen zum Tragen. Ich kann die
Pizza-Box von "The Box"
mit 26,5 cm Innenhöhe empfehlen
(isoliert super, ist sehr stabil und der Deckel hält
bombig). Für größere Torten habe ich
die größte der Tortenboxen der
Firma Ohlro
,
welche mit einem herausnehmbaren Zwischenrahmen geliefert wird
und womit bei Bedarf die Höhe der Box erweitert werden kann
(allerdings gibt es keine praktischen Einkerbungen zum Tragen).
Bei schweren Torten stelle ich die Torte
nicht in die Box, sondern auf den Deckel und stülpe die Box über
die Torte (dann aber bitte kennzeichnen, damit niemand die Torte
versehentlich umdreht!). Grundsätzlich lege ich eine
Anti-Rutsch-Matte
unter das Cake Board, damit die Torte in der Box nicht
verrutscht. Im Auto stelle ich die Box auf geraden Untergrund
(ein Sitz ist meistens schräg!) und keile sie zusätzlich ein.
Eine durchgekühlte Torte bleibt über Stunden in einer
Styroporbox kalt und benötigt keine zusätzlichen Kühlakkus!
»
Torten kühlen und lagern:
Daumenregel:
würde man die Torte ohne den Fondant und die Dekoration kühlen,
weil er z.B. mit verderblichen Zutaten gefüllt (Buttercreme,
Sahnecreme, Lemon Curd etc.) oder eingestrichen (Ganache,
Swiss Meringue etc.) wurde, muss er auch mit Fondant gekühlt werden.
Ist es mit oder ohne Füllung draußen heiß und schwül, empfiehlt
es sich ebenfalls. Ansonsten reicht ein kühler sicherer Platz im
Keller (niemals neugierige Kinderfinger oder Katzenpfoten
unterschätzen!). Beim Kühlen sollte der Kühlschrank nicht auf
eiskalt stehen oder intensive Gerüche haben, einige stellen noch
ein Glas Salz dazu. Die Torte nicht
abdecken und rechtzeitig zum Akklimatisieren
ca. 1 Stunde vor Gebrauch heraus holen. Je geringer dabei der Temperaturunterschied zu draußen
ist, desto besser: es kann Kondenswasser auf der Torte entstehen, welches
wieder verschwindet; nicht abtupfen!
»
Torten
präsentieren und fotografieren:
bei
soviel Mühe sollte der letzte Schritt nicht außer Acht gelassen
werden, das Auge ißt ja bekanntlich mit. Entgegen klassischer
Torten und Kuchen verzichtet man bei Motivtorten auf eine
Unterlage mit Tortenspitze, aber ein schöner Tortenteller oder
Tortenständer macht enorm etwas her. Hierfür gibt es etliche
Ausführungen aus
Glas
(z.B.
ARV
BRÖLLOP von IKEA),
Keramik (z.B. UPPLAGA von
IKEA)
oder
Plastik
(letztere kippen mir allerdings zu leicht um).
Die Torte unbedingt vor dem Verzehr fotografieren, damit sie
lange in Erinnerung bleibt! Allerdings habe ich auch lange den
Fehler gemacht, ohne ausreichenede Beleuchtung, nur mit der
Handykamera und vor unschönem Hintergrund zu fotografieren und
ärgere mich noch jetzt darüber. Mit wenigen Kniffen kann man
sich hier helfen:
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FAQ (FREQUENTLY ASKED QUESTIONS)
FAQ steht für
"häufig gestellte Fragen" (frequently asked
questions). Alle Antworten finden sich in meinem
Tutorial, können aber hier nochmal durch Anklicken nachgeschlagen werden:
F: Welche Kuchen soll ich backen, mit was fülle ich ihn? A: Prinzipiell kann jedes
Kuchenrezept und jede Füllung genutzt werden, die gefällt (siehe
Backen). Zudem muss eine
Motivtorte nicht gefüllt werden, das ist reine
Geschmackssache (siehe
Füllen)! Je länger der Kuchen saftig ist, desto besser.
Wenn die Torte schlecht gekühlt werden kann, besser auf eine
Füllung verzichten. Lediglich eine Grundregel beachten: nur
wenige Füllungen sind fondant-tauglich und können somit nicht unter Fondant verwendet werden, der Fondant würde
dann schmelzen und wegrutschen. Zwischen Kuchen und Fondant
muss eine "Klebeschicht", dazu nimmt man i.d.R. Ganache oder
Buttercreme (siehe
Einstreichen).
▲
F: Welche
Backformen kann ich nutzen?
A: Jede! Bei
höheren Motivtorten entweder höhere Backformen (10 cm) nehmen
oder mehrfach in den "normalen" Backformen (ca. 6 cm) backen
und dann "stapeln".
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F: Wie verhindere ich, dass der Kuchen kuppelig wird?
A: Länger und
mit weniger Temperatur backen. Zudem die Backform während
des Backens isolieren, siehe
Isoliermethode.
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F: Warum muss ich die Torte einstreichen? Womit kann ich
eine Torte einstreichen?
A: Fondant
klebt nicht auf Kuchenteig, deshalb streicht man den
Kuchen vorher mit einer "Klebeschicht" ein. Dazu kann man
Ganache, Marmelade, Schokocreme aus dem Glas oder Buttercreme
nutzen. Sahnecremes lösen den Fondant auf, siehe
Einstreichen.
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F: Kann ich die Torte mit Buttercreme einstreichen?
A:
Es gibt viele verschiedene Buttercreme-Sorten, für Fondanttorten
eignen sich optimal z.B. die Swiss Meringue Buttercreme und die
amerkanische Buttercreme, je nach
Rezept auch die deutsche Buttercreme (auf den Hinweis
"fondant-tauglich" achten), siehe
Einstreichen.
▲
F: Verdampt Alkohol
beim Backen? Wieviel Restalkohol bleibt?
A:
Wenn man Alkohol in Rezepten verwendet, bleibt beim Kochen wie
Backen immer Restalkohol enthalten. Wie viel hängt von vielen
Faktoren ab, wie Menge (ein Schuss Wein oder eine halbe Flasche
Eierlikör) und Prozentgehalt des Alkohols (Wein oder Strohrum)
sowie Temperatur und Dauer beim Kochen/Backen (Sauce mit Wein
kurz abschmecken oder 2 Stunden Backen im Ofen). Es ist
einerseits eine Geschmackssache (viele - insbesondere Kinder -
mögen keinen Alkoholgeschmack), anderserseits eine
Einstellungs- oder Gesundheitsfrage (z.B. für trockene
Alkoholiker kann schon alleine der Geschmack problematisch
werden). Alkohol im Kuchenteig verwende ich öfters (z.B.
Mandelbiskuit mit Amaretto, Glühweinkuchen etc.), da die wenigen
Prozente, die übrig bleiben, den gleichen Alkoholgehalt wie
einige natürliche Lebensmittel aufweisen wie z.B. gewisse Saft-
oder Brotsorten oder Kefi bzw. der viele (ungesunde) Zucker im
Kuchen mehr Effekte erzielen wird. Wenn es um Cremes oder das
Tränken von Böden geht (z.B. Sachertorte), überlege ich vorher,
wer den Kuchen essen soll und passe ggf. das Rezept an. Die
Diskussion wird selten vernünftig sondern eher dogmatisch
geführt, daher muss das jeder selbst entscheiden...
▲
F: Wo kaufe ich Fondant?
A: Guten
Fondant gibt es in Fachgeschäften oder in diversen
Online-Shops. Hier hilft eine Internetsuche oder meine
Auswahl
oben. Auch größere
Supermärkte führen bereits Fondant.
▲
F: Wie
bekomme ich den Fondant glatt?
A: Erstens muss
der Kuchen so gerade wie möglich gebacken werden (siehe
Isoliermethode). Zweitens muss
eine "Klebeschicht" sehr glatt aufgetragen werden (mit welchen
Methoden und aus welchen Zutaten ist im Kapitel
Einstreichen
beschrieben). Drittens muss der Fondant gleichmäßig ausgerollt
und eingedeckt werden (ohne Druckstellen, Blasen etc.) und
danach mit einem Smoother geglättet werden
(siehe Eindecken).
▲
F: Muss ich eine Motivtorte kühlen? Muss ich die Torte im
Kühlschrank abdecken? A: Jede/r wird hier etwas anderes erzählen. Meine Regel:
würde ich die Torte ohne den Fondant und die Dekoration
kühlen, weil z.B. mit verderblichen Zutaten gefüllt oder
eingestrichen
wurde, kühle ich auch mit Fondant, bei heißen Temperaturen
ebenfalls. Im Kühlschrank die Torte nicht abdecken, siehe
Torten lagern und
kühlen.
▲
F: Wie
transportiere ich eine Motivtorte?
A: In einem
stabilen Pappkarton, einer Klappbox oder vorzugsweise in einer
Styroporbox (eine durchgekühlte Torte hält über in solch einer
Box über Stunden kühl und benötigt daher keine zusätzlichen
Kühlakkus). Darauf achten, dass die
Torte nicht verrutschen kann bzw. das nichts in die Torte
rutschen kann.
Siehe dazu ausführlicher den Abschnitt
Torten
transportieren.
▲
F: Wie viel Zeit
benötige ich?
A: Das kommt ganz darauf an. Selbst mit gekauften Zutaten, ohne
Füllung und einfacher Dekoration benötige ich mindestens 4
Stunden, siehe
Planung.
▲
F: Darf ich
Motivtorten verkaufen?
A: Wenn du
Konditor-Meister bist, ja. Ansonsten gibt es nur wenige
Ausnahmegenehmigungen, die zudem je nach Handwerkskammer sehr
unterschiedlich gehandhabt werden. Wenn du Torten
vom Konditor "nur" veredelst oder nur die abnehmbare
Dekoration auf der Torte verkaufst, bietet das
Möglichkeiten, die aber genauestens und vorher
mit der zuständigen Handwerkskammer geklärt werden sollte.
Ob Steuern anfallen, sollte ebenfalls vorher genau geprüft werden
(Stichworte: Händler oder Künstler; Kleinunternehmen oder
nicht, Umsatzgrenzen etc.). Sich "nur" die Materialkosten
erstatten zu lassen schützt im Zweifel nicht, für Schwarzarbeit
angezeigt zu werden!
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F: Wo
finde ich Anleitungen und Rezepte?
A: Zahlreich und überall im
Internet, in Fachbüchern
und
Magazinen.
Im Internet findet man mit wenigen Schlagwörtern viele Ideen,
Anleitungen und Rezepte sowie ganze Blogs, die sich diesem Thema
widmen. Pinterest und Youtube sind wahre Fundgruben dafür, aber auch
Koch/Backforen und Gruppen auf Facebook sind gute Anlaufstellen.
Viele Fachbücher wiederholen immer wieder die Basics und
allgemein bekannte Rezepte, daher lohnt sich hier ein genaueres
Hinsehen, was man wirklich braucht. Hier meine Ideen dazu:
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Buchtipps
(für mehr Infos auf die Bilder klicken):
»
Magazin-Tipps
(für mehr Infos auf die Bilder klicken):
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©
Claudia Notthoff |
Email & Impressum
Die Tortenbilder bitte nicht ohne vorherige Rücksprache
weiterverwenden.
Auf die dargebotenen Rezepte und Anleitungen erhebe ich kein
Urheberrecht,
weil diese eine wilde Sammlung
von Familienrezepten, Beiträgen aus Internetforen,
Fachbüchern,
Blogs und eigener Erfahrungen sind.
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